Piercing infos

Pflege ist wichtig

Die Pflege ist ausser bei intimen und oralen Piercings in etwa gleich:
Zunächst solltest Du Dir gründlich die Hände waschen, wie immer bevor Du den Ring oder Stecker anfasst. Trotz gründlicher Reinigung solltest Du dennoch den Ring oder Stecker nur an den Kugeln anfassen. Zum Entfernen der Kruste, die sich evtl. am Schmuck abgesetzt hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Als nächstes trägst Du etwas von dem Wunddesinfektionsmittels auf beide Seiten der gepiercten Stelle auf und drehen den Ring bzw. bewegen den Stecker 4-5 mal hin und her, damit das Wundmittel in den Stichkanal gelangt und dort seine Wirkung entfalten kann. Reste des Mittels können mit einem sauberen Papiertuch entfernt werden. Dies sollte morgens und abends oder bei Verunreinigung wiederholt werden.

Wir empfehlen auf jeden Fall ein geeignetes Wundheilmittel zu verwenden und nicht irgendwelche Salben, Cremes (die verstopfen meist den Stichkanal), 2nd Skin Pflegemittel, Kodanspray oder Tinkturen benutzen. Vor allem aber sollte man nicht mehrere Mittel gleichzeitig verwenden. Das 2nd Skin Pflegemittel oder Octenisept® ist für Piercings aller Art hervorragend geeignet, es ist problemlos anzuwenden und brennt nicht.

Das abgeheilte Piercing sollte man beim Duschen auch stets säubern, also beim Waschen etwas hin und her drehen und gründlich ausspülen, da sich im Stichkanal Schweiß und Talg absetzt. Auch ein komplett abgeheiltes Piercing muss (fast) ständig getragen werden, da sich der Stichkanal (je nach gepiercter Stelle) innerhalb von Stunden so weit verschließen kann, daß ein Wiedereinsetzten (ohne neu zu Piercen) nicht mehr möglich ist. Bei einer Entzündung solltest Du auf keinen Fall einfach nur den Schmuck herausnehmen, die Entzündung könnte sich einkapseln und dadurch würde sich alles nur verschlimmern. Im Zweifelsfall ruf uns doch einfach an oder frage Deinen Piercer oder Arzt.

Einige Tipps fürs Nabelpiercing:
Auf keinen Fall solltest Du Gürtel mit großen Schnallen anziehen, Dein Piercing wird so nur unnötig gereizt und könnte schlimmstenfalls rausgerissen werden. Ebenfalls solltest Du enge Hosen, scheuernde Kleidung und Kleidung vermeiden an der Dein Piercing hängen bleiben könnte (z.B. Spitzen- oder andere Kleidung mit groben Maschen). Ziehe in den ersten Wochen keine bauchfreie Kleidung an, es sei denn Du deckst Dein Piercing mit einem Pflaster ab damit kein Dreck an das Piercing kommt. Das Pflaster sollte allerdings öfters (ca. alle 2-3 Stunden) gewechselt werden.

Einige Tips fürs Zungenpiercing:
Zungenpiercings pflegt man am besten mit einer Mundspülung oder dem 2nd Skin Pflegemittel. Allerdings eignet sich auch Octenisept® (nicht schlucken!) zur Pflege. Man sollte die Pflege mit Mundspülungen allerdings auch nicht Übertreiben und weil damit die Mundflora zerstört wird. Man sollte viel mit Mineralwasser spülen welches gekühlt sein kann.
Nach dem Piercen innerhalb der nächsten 48 Stunden solltest du folgendes beachten:

Wenn alles gut verheilt ist, solltest Du nicht zu viel mit den Zähnen am Metallschmuck spielen – das führt zu Zahnschäden. Ein Piercing ist zwar auch ein Stück weit ein Spielzeug, aber mit Metall kann man bekanntlich Zähne beschädigen!

Bei aufkommenden Fragen sind wir gerne für Dich da.

Pflegeanweisung Piercing PDF-Download.

Die Wundheilung


Aus was besteht unsere Haut?
Die Haut ist mit einer Fläche von etwa zwei Quadratmetern das grösste Organ des menschlichen Körpers und übernimmt sehr viele Funktionen. Unsere Haut besteht aus drei Schichten: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut.

Was passiert beim Stechen eines Piercings?
Beim Einsetzen eines Piercings werden alle drei Hautschichten durchdrungen und die Funktion der Haut wird an dieser Stelle durch die Verletzung unterbrochen bzw. gestört.

Wo und weshalb können Verunreinigungen vorkommen?
Durch diese Verletzung der Haut können Mikroorganismen in die Wunde gelangen.
Die sterile Arbeitsweise in einem Piercingstudio schützt den Kunden nur vor einer sofortigen Verunreinigung der Wunde während des Einsatzes des Piercings. Die darauffolgenden alltäglichen Belastungen des frischen Piercings hingegen durch Schweiss, Schmutz oder Herumspielen an der Wunde, lassen Bakterien aller Arten in den verletzten Hautbereich gelangen.

Was sind die Symptome unserer verletzten Haut?
Der Körper reagiert auf derlei Veränderungen seiner äusseren Schutzschicht mit vier wichtigen Symptomen: Eine leichte Rötung der verletzten Haut sowie mit einer Schwellung. Die Wunde beginnt ausserdem in den meisten Fällen auch leicht zu schmerzen und es entsteht eine geringe Erwärmung des verletzten Hautbereichs. Dies jedoch ist kein Grund, in Panik auszubrechen, der Körper beginnt lediglich mit der Bildung seiner eigenen Abwehrmechanismen, welche zur Beseitigung der Entzündung beitragen sollen. Die Haut wird durch einen Säuremantel, der auch als körpereigenes Antibiotikum bezeichnet wird, vor Bakterien geschützt.

Was bedeutet Eiter?
Da durch das Piercing aber dieser Schutzmantel durchbrochen wurde, werden vom Körper zusätzlich Fresszellen (Phagozyten) gebildet. Diese körpereigenen Zellen vernichten die eingedrungenen Mikro-organismen. Die dadurch entstandenen sind als Eiter bekannt und treten als Abfallprodukt aus der Wunde aus (Phagozyten) – was nicht zwangsläufig vorkommt, jedoch kann.

Was bedeutet Sekret?
Dieser Vorgang wird vom Körper so lange fortgeführt, bis alle Bakterien vernichtet sind und die Haut sich um den Stichkanal neu gebildet hat. Auch nach einer abgeschlossenen Wundheilung kann ein Sekret aus der gepiercten Stelle austreten. Dieses besteht in der Regel aus abgestorbenen Zellen, die der Körper abstösst.

Warum soll ich ein Pflegemittel verwenden?
Die Verwendung eines Pflegemittels unterstützt die körpereigene Wundheilung. Je nach Piercing und gepiercter Hautpartie werden verschiedene Pflegemittel verwendet. Hier kann in der Regel Dein Piercer weiterhelfen. Sollte es jedoch zu starken Schmerzen oder grösseren Entzündungen kommen, solltet ihr einen Arzt aufsuchen, der euch ein stärkeres Medikament zur Wundheilung verschreiben kann. Es ist sehr wichtig, während der Heilphase darauf zu achten, dass die Wunde vor Verunreinig-ung geschützt wird. Eine starke Entzündung, vor allem des Brustwarzenbereiches oder des Ohrknor-pels, kann zu einer schlimmen Schädigung des Körpers führen und ist eine Entzündung erst einmal fortgeschritten, zieht dies eine sehr lange Heilphase nach sich. Deshalb ist es sehr wichtig die Pflege des Piercings ernst zu nehmen und nicht zu vernachlässigen, denn wer sich an die Regeln hält, hat sicherlich danach viel Spass mit seinem neuen Schmuckstück.

Bei aufkommenden Fragen sind wir gerne für Dich da.

Die Nickelallergie

Wie zeigt sich eine Nickelallergie?
An Hautbereichen die mit nickelhaltigem Metall Kontakt haben, bildet sich ein Ekzem. Dies bringt Juckreiz und Hautrötung mich sich und bildet Knötchen und Bläschen. Mit ansteigender Sensibilität tritt das Ekzem auch an entfernten Hautstellen auf, am häufigsten unter den Armen und im Gesicht, in schweren Fällen auf der ganzen Haut.

Wie entsteht eine Nickelallergie?
Bei andauerndem Kontakt mit der Haut werden nickelhaltige Gegenstände freigesetzt, welche in die Haut eindringen und mit Zellen des menschlichen Immunsystems reagieren. Die Sensibilisierung verbreitet sich über Lymphknoten und Blut auf die ganze Haut. Eine Allergie auf Nickel ist in keinem Fall vererbt. Einmal erworben, bleibt sie meist lebenslänglich bestehen.

Wie verhindert man eine Nickelallergie?
In den häufigsten Fällen entsteht eine Nickelallergie durch ein Ohrläppchen durchstich oder andere Piercings mit nickelhaltigen Schmuck. Bestehen Sie darauf, dass Piercingschmuck als Ersteinsatz absolut nickelfrei ist, dann kann nichts passieren. Auch Modeschmuck, Brillengestelle und Verschlüsse an der Kleidung können bei permanentem Hautkontakt die Allergie verursachen. Ob ein Gegenstand zu viel Nickel an die Haut abgibt, können Sie auf einfache Weise selber ermitteln: mit einem Nickel-Test (in jeder Apotheke erhältlich).

Muss man Kontakt mit Nickel stetig meiden?
Nein, dies wäre kaum durchzusetzen. Nickel steckt in sehr vielen Alltagsgegenständen. Dazu gehören Münzen, Besteck, Regenschirme, Türfallen. Auch Nahrungsmittel und zahnärztlich oder chirurgisch eingesetzte Legierungen können nickelhaltig sein. Für die Entstehung der Allergie spielen diese Gegenstände, Produkte oder Materialien keine Rolle. Vorsicht im Umgang damit ist nur für stark nickelallergische Personen geboten.

Existiert eine gesetzliche Regelung?
Es ist gesetzlich geregelt, wie viel Nickel einzelne Gegenstände abgeben dürfen: Es sind 0,5 Mikrogramm pro cm2 und Woche. Diesen Wert können Sie mit dem Nickel-Test zuverlässig ermitteln. Weitere Informationen findet Ihr beim Bundesamt für Gesundheit unter www.bag.admin.ch.

Studio Checkliste


Bist du in einem professionellen Piercingstudio?

Und zum Schluss die goldene Regel für alle gepiercten:

IMMER FRAGEN!

Lass Dir alles erklären und verkneife Dir keine Fragen, denn es gibt keine dummen Fragen wenn es um Deinen Körper geht!

Bei aufkommenden Fragen sind wir gerne für dich da.

Eltern Infos

“Mama, Papa ich will ein Piercing”
An diesem Punkt scheiden sich die Gemüter der Erziehungsberechtigten.
Manchmal hat man den Eindruck, Eltern würden es verweigern, bevor Sie sich jemals sachlich und ernsthaft damit auseinandergesetzt haben.

Sei es aus “Zeitmangel”, aus Desinteresse oder nur aus Angst vor dem neuen, unbekannten.

Genauso falsch sind unserer Meinung nach die leichtfertigen Eltern, die ihr Kind bei der Wahl des richtigen Studios alleine lassen. Diese Methode ist zwar sehr bequem, jedoch wenig pflichtbewusst.

Informationen sind notwendig:
Anstatt sich von kompetenten Fachleuten sachlich beraten zu lassen, beziehen zahlreiche Eltern ihr “Wissen” aus der Regenbogenpresse, vom Stammtisch oder aus “Erfahrungsberichten” von Menschen, welche selbst kein Piercing tragen! Da sprechen Blinde von Farben und Taube erzählen von Musik.

Bei 2nd Skin versuchen wir nicht nur nach dem Alter zu gehen, sondern machen uns vielmehr ein Bild der geistigen Reife des jungen Piercing Interessenten. Wenn unserer Meinung nach ein gewisses Maß an Verantwortungsbewusstsein erfüllt wird, welches zum Pflegen eines frischen Piercings benötigt wird, steht dem Entschluss eigentlich nichts im Wege, sofern keine medizinischen und/oder ästhetischen Gründe vorliegen ein Piercing abzulehnen.

Medizinische Gründe, die uns zur Ablehnung eines Piercings veranlassen sind zum Beispiel:

Ästhetische Gründe, die uns zur Ablehnung eines Piercings veranlassen sind zum Beispiel übertriebene Piercingwünsche.

Leider halten sich nicht alle Piercer und auch nicht alle Mediziner an das Gesetz und piercen bedenkenlos an Minderjährigen herum. Gar nicht zu reden von den vielen Schwarz- und Hobby-Piercern.

Sehen Sie ein, wenn ihr Kind sich wirklich piercen lassen will, ist es von ihrer Seite aus manchmal kaum zu verhindern. Darum eine Bitte an Sie, liebe Eltern, informieren Sie sich an kompetenten Fachpersonen und machen sie aus einer Erziehungsgewalt eine Erziehungsberechtigung. Nehmen Sie sich Zeit und besuchen Sie mit ihrem Kind einige Studios um sich vor Ort selbst ein Bild von der Arbeitsweise zu machen. Klären Sie ab, wie gearbeitet wird:

Der Piercer muss:

Telefonische Auskünfte reichen einfach nicht aus! Beim Autokauf vertrauen Sie auch nicht auf telefonische Versprechungen. Hier geht es schliesslich um die Gesundheit Ihres Kindes.